Tage-Buch von 1812

Aus Baumbach-Archiv
Version vom 5. Januar 2020, 12:03 Uhr von Baumbuwegen (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tage-Buch von 1812  ==>
Tagebuch.Ernst.von.Baumbach.Napoleons.Russlandfeldzug.1812.djvu
Art Buch
Autor Ernst von Baumbach → in Ernst von Baumbach im Baumbach-Archiv-webtreesebTrees
Verlag Eigenverlag
Erschienen 1838
Index Indexseite
Umfang 279 Seiten
Inhalt/Kurzbeschreibung handschriftliches Tagebuch, anhand von Aufzeichnungen seines nahen Freundes und seinen Erinnerungen sowie unter Verwendung von Materialien anderer Kriegsteilnehmer und Historiker erstellt, (vermutlich) von seiner Frau abgeschrieben. Gegenstand ist das persönliche Erleben und die kommentierten historischen und vor allem militärischen Ereignisse des Offiziers der Württembergischen Armee Ernst von Baumbach im Dienst der Napoleonischen Armee von der Bereitstellung in Deutschland, dem Marsch durch Polen, den Kampfhandlungen bis zum Rückzug aus Moskau. Erst-Transkription in einem GenWiki-Projekt. Der Band ist der erste Teil einer insgesamt dreiteiligen Tagebuchserie (Tage-Buch von 1812, Tage-Buch von 1813, Tage-Buch von 1814)
Register

Hinweise

Inhaltsverzeichnis

Titel ... S. 1
Zueignung ... S. 3
Inhalt ... S. 7
Abschnitt I ... S. 19
Abschnitt II ... S. 31
Abschnitt III ... S. 41
Abschnitt IV ... S. 55
Abschnitt V ... S. 83
Abschnitt VI ... S. 115
Abschnitt VII ... S. 149
Abschnitt VIII ... S. 165
Abschnitt IX ... S. 186
Abschnitt X ... S. 206
Abschnitt XI ... S. 234
Abschnitt XII ... S. 267

Inhalt


1
Tage-Buch
von
1812.


3
Zueignung

Dem Wunsche meiner lieben Frau und Kinder entsprechend, benutzte ich die ruhigere Lebensweise, in welche ich mich seit einem Jahr versetzt sah, zur Vornahme der Ausarbeitung der Tagebücher über die Feldzüge von 1812, 13 und 14, wozu es mir in dem großen Zeitraume von beinahe 25 Jahren[GWR 1], der zwischen der Catastrophe von 1812 und dem Beginn meiner Arbeit liegt, durch den vielfältigen Wechsel dem ich unterworfen war, an Zeit, oft auch, wie das so zu gehen pflegt, an Lust gefehlt hatte.

Bei der Erzählung der Ereigniße in dem rußischen Feldzuge, benutzte ich das Tagebuch meines Freundes Wildermuth, indem mein eigenes auf dem Rückzuge verloren gegangen ist. Wildermuthes Notizen ersetzten mir jedoch mein Tagebuch, indem wir den größten Theil des Feldzuges


4
und namentlich auf dem Rückzuge beisammen waren, auf welchem ich seiner vielbewährten aufopfernden Freundschaft die Rettung meines Lebens verdanke; auch haben sich mir die Ereigniße dieses denkwürdigen Feldzuges so tief ins Gedächtniß geprägt, daß es nur der leisesten Andeutung bedurfte, um sie mir vollkommen zu vergegenwärtigen. Bei der Beschreibung der Feldzüge von 1813 und 1814 dienten mir die an Ort und Stelle aufgezeichneten Notizen.

Ich glaubte meinen Tagebüchern ein größeres Interesse zu geben, indem ich denselben einen gedrängten Auszug aus der Geschichte dieser wichtigen Epoche hinzufügte, wobei ich die hierüber erschienenen zuverläßigsten Werke benutzt habe. Meine Ausarbeitung hat aber dennoch keine weitere Bestimmung, als innerhalb des Kreises der Familie und von Freunden gelesen zu werden. Für meine Angehörigen wird sie übrigens, ich darf es wohl erwarten, einen bleibenden Werth behalten, weshalb ich meine Tagebücher zunächst meiner lieben Frau und meinen lieben Kindern zueigne und zugleich bestimme, daß sie stets von dem ältesten männlichen Nachkommen meiner


5
Familie aufbewahrt werden sollen. Würde es der Wille der Vorsehung seyn, daß meine Linie aussterbe, so sind meine Tagebücher dem Saalbuch der Baumbachischen Familie zu Nentershausen beizufügen.

Ludwigsburg         Ernst von Baumbach
dem 1ten Januar 1838.   Königlich würtembergischer Obersten.


7
Inhalt des Tagebuches
von
1812.

Einleitung. – Veranlaßung zu dem Kriege zwischen Frankreich und Rußland. Geringer Beifall den derselbe in Frankreich fand. Streitkräfte der beiden Mächte.

Abschnitt I. – Vorbereitungen. Marsch aus der Garnison nach Leipzig. Eintheilung der würtembergischen Truppen in das 3te Armee-Corps. Marsch an die Oder. Stimmung in Preußen. Marsch an die Weichsel. Polen und seine Bewohner. Harte Maßregeln zur Sicherung der Verpflegung. Marsch an den Niemen.

Abschnitt II. – Beginn der Feindseligkeiten. Überschreitung


8
des Niemens. Marsch bis in das Lager von Raskimosy.

Abschnitt III. – Allgemeine Bemerkungen über die Verhältniße der beiderseitigen Armeen. Marsch über Witebsk in das Lager von Liozna.

Abschnitt IV. – Stellung der beiderseitigen Armeen nach der Vereinigung Bagrations mit Barklay. Angriff der Rußen. Vorrücken der Franzosen. Schlacht von Smolensk.

Abschnitt V. – Stimmung in der Armee nach der Schlacht von Smolensk. Napoleon beschließt weiter vorzurücken. Rückzug der Rußen in die Stellung von Borodino. Bemerkungen über die Lage der französischen Armee. Schlacht von Borodino /: an der Moskwa :/

Abschnitt VI. – Unsere Lage nach der Schlacht. Vorrücken der Armee nach Moskau. Beschreibung dieser Hauptstadt. Rostopschin. Beschreibung und Brand Moskaus. Dislocation


9
der Armee. Rückzug der Rußen hinter die Nara. Mein Marsch nach Moskau und Aufenthalt daselbst. Napoleon beschließt den Rückzug. Mürat wird bei Tarutino geschlagen.

Abschnitt VII. – Übersicht der Begebenheiten bei den im Rücken der Armee stehen gebliebenen Corps bis zu Ende Oktober. Abmarsch von Moskau. Gefecht bei Malo-Jaroslawets. Napoleon beschließt über Wiazma nach Smolensk zu marschiren. Meine Einrichtung für den Rückzug.

Abschnitt VIII. – Marsch über Mojaisk nach Wiazma. Gefecht daselbst. Folgen welche dieses Gefecht auf den Zustand der Armee hatte. Marsch nach Dorogobuy. Beginn des Winters. Schreckliche Einwirkung desselben auf die Armee. Meine Lage in diesem Zeitabschnitte.

Abschnitt IX. – Zustand der Armee bei ihrem Eintreffen in Smolensk. Nothwendigkeit den Rückzug fortzusetzen.


10
Stärke und Marsch der rußischen Armee. Gefechte bei Krasnoy. Rückzug nach Orsza. Merkwürdiger Rückzug des Marschalls Ney über den Dnieper nach Orsza. Zustand der französischen Armee bei ihrem Eintreffen in Orsza. Meine Verhältniße in diesem Zeitraume.

Abschnitt X. – Begebenheiten im Rücken der Armee bis zu ihrem Eintreffen in Orsza. Rückzug nach Borisow. Eroberung dieser Stadt durch Tschischagof. Oudinot erobert Borisow wieder. Napoleon läßt in Studenki zwei Brücken über die Berezina schlagen. Übergang und Gefechte bei diesem Ort. Rückzug bis Zembin. Folgen, welche diese Gefechte auf den Zustand der Armee hatten. Meine Lage in diesem Zeitabschnitte.

Abschnitt XI. – Marsch nach Molodeczno. Das 29te Bülletin. Napoleon verläßt die Armee, deren Commando er an Mürat überträgt, und reist nach Paris. Rückzug über Wilna und Kovno hinter die Weichsel. Marsch der


11
rußischen Armee. Rückzug Macdonald’s. Abfall des preußischen Corps. Rückzug Schwarzenbergs. Dislocation der Armee hinter der Weichsel. Meine Reise von Zembin nach Thorn.

Abschnitt XII. – Zustand der Armee nach ihrem Eintreffen hinter der Weichsel. Lage der rußischen Armee. Rückzug der Östereicher nach Gallizien. Napoleon entzieht Mürat das Commando der Armee und überträgt es dem Vicekönig. Die französische Armee zieht sich hinter die Oder zurück. Mein Aufenthalt in Thorn und Rückreise über Nentershausen nach Heilbronn.



Anmerkungen der Artikel Redaktion im GenWiki:

  1. Am 6. Nobember 1837 trafen sich über hundert württembergische «Rußländer» im früheren Stuttgarter «Königsbad» in Anwesenheit von König Wilhelm I., ihres damaligen Feldzugskommandanten (damals noch Kronprinz), zur 25. Jahresfeier, um ihrer Leidenszeit wieder zu gedenken“, schreibt Gerhardt im Jahr 1937. Es ist denkbar, dass diese Gedenkfeier letztlich den Anstoß für von Baumbach gab, auch seine Erinnerungen zu Papier zu bringen, nachdem es schon so viele seiner Leidensgenossen getan hatten.

Literaturliste

  • O. Gerhardt: Die Württemberger in Rußland 1812, Ihr Leidensweg und tragisches Ende, Auf Grund von Aufzeichnungen württembergischer Feldzugsteilnehmer und sonstigen Quellen geschildert, Mit 11 Bildern und 2 Plänen, Stuttgart:Verlag von J. F. Steinkopf, 1937.

Zeitgenössische Darstellungen

  • Vergleiche zu diesem Werk: Clausewitz: Über Krieg und Kriegführung, Band 7, z. B. hier
  • Carl von Dillenius: Beobachtungen über die Ruhr, welche im russischen Feldzug 1812 in der vereinigten Armee herrschte, Ludwigsburg : Baumann 1817 (50 Seiten 8-o) Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Anton Vossen: Otto R. Redlich (Bearb.): Tagebuch vornehmlich über den Krieg in Russland 1812, Düsseldorf: Lintz 1891 (VII, 20 Seiten)
  • Friedrich Peppler: Schilderung meiner Gefangenschaft in Rußland vom Jahre 1812 bis 1814, (Worms): Kranzbühler 1832 (156 Seiten).
  • Wilhelm Josef Schwedt: Denkwürdige Erlebnisse und Schicksale . . . während des französischen Feldzugs gegen Rußland im Jahre 1812, Elberfeld : Löwenstein (u.a.) 1862 (2. Auflage - 1. Auflage von 1848) (180 Seiten). Neu herausgegeben im Jahr 1912 in Düsseldorf : Düsseldorfer General-Anzeiger.
  • Friedrich Wilhelm von Lossberg: Briefe in die Heimat - geschrieben während des Feldzugs 1812 in Russland, Leipzig : Wigand 1910 (= Aus vergilbten Pergamenten, Band 8) (236 Seiten, 8-o).
  • Ernst Moritz Arndt: Kurze und wahrhaftige Erzählung von Napoleon Bonapartens verderblichen Anschlägen, von seinen Kriegen in Spanien und Rußland, von der Zerstörung seiner Heeresmacht, un der der Bedeutung des gegenwärtigen teutschen Krieges, Leipzig : Fleischer 1813 (125, 8 Seiten) Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • NN: Die Theilnahme des Preußischen Hülfskorps an dem Feldzuge gegen Rußland im Jahre 1812, Berlin : Mittler 1898 (= Kriegsgeschichtliche Einzelschriften, Band 24 (VII, 433 - 566 Seiten; graphische Darstellungen)
  • Robert Willson, Herbert Randolph (Hrsg.): Narrative of Events During the Invasion of Russia by Napoleon Bonaparte and the Retreat of the French Army 1812, London 1860. Google Books: YQUKAAAAIAAJ
  • Verlustliste: 1812 - Württembergisches Korps (Offiziere) extrahiert aus:
    K. G. F. Kurz, Horst Kohl (Hrsg.): Der Feldzug von 1812, Die Württemberger in Rußland, Denkwürdigkeiten eines württembergischen Offiziers, Leipzig: Voigtländers Verlag, 1912.
  • Heinrich Ulrich Ludwig von Roos: Ein Jahr aus meinem Leben, oder Reise von den westlichen Ufern der Donau an die Nara, südlich von Moskwa, und zurück an die Beresina mit der großen Armee Napoleons, im Jahre 1812, Petersburg 1832.
  • E. Labaume: Ausführliche Erzählung von dem Feldzuge in Russland im Jahr 1812, Leipzig 1812

Moderne Literatur

  • Franz Overkott: In Rußland Vermißte aus Rheinland und Westfalen nebst angrenzenden Gebieten in Napoleons „Großer Armee“ 1812 - 1813, (= Bergische Forschungen, Band 5) Neustadt an der Aisch : Degener 1963 (112 Seiten)
  • Julia Murken: Bayerische Soldaten im Russlandfeldzug 1812, ihre Kriegserfahrungen und deren Umdeutungen im 19. und 20. Jahrhundert, München: Beck 2006 (zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 2003) ISBN 3-406-10743-5 (Umfang: XLIV, 205 Seiten, Illustrationen, Karten)
  • Nigel Nicolson: Napoleon in Rußland (Napoleon eighteen hundred and twelve), Zürich: Benziger 1987, ISBN 3-545-34060-0 (Umfang: 260, [12] Seiten, Illustrationen, Karten)
  • Yitzhak Y. Tarasulo: The napoleonic invasion of 1812 and the political and social crisis in Russia, Ann Arbor, Mich.: Univ. Microfilms International 1987 (zugl. New Haven, Conn., Yale Univ., Diss., 1983), (Umfang: 222 Seiten)
  • Curtis Cate: The war of the two emperors - the duel between Napoleon and Alexander ; Russia, 1812, New York: Random House 1985, ISBN 0-394-53670-3 (Umfang: XXIII,487 Seiten, Illustrationen)
  • Friedrich Steger: Der Feldzug von 1812 - Chronik d. grossen Armee im Feldzug Napoleons gegen Russland 1812 nach zeitgenössischen Quellen mit vielen Illustrationen der Zeit, Essen: Phaidon-Verl. 1985 (Umfang: 382 Seiten)
  • P. Zimmermann: Grossherzoglich bergische Truppen - Feldzüge in Spanien und Rußland, Bergisch Gladbach: Heider 2000 (Nachdruck der Ausgabe von Düsseldorf 1842), ISBN 3-87314-356-9(Umfang: 159 Seiten, Illustrationen, Karten)

Literarische Bearbeitungen